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Individuell fördern in heterogenen Lerngruppen

Unterschiedliche Niveaus als Ressource nutzen

5. September 9:30 bis 17:30

Für Sprachtrainer und Lehrkräfte aller Sprachen und für alle Niveaus

Wie kann Fremdsprachenunterricht unterschiedlichen Lernständen gerecht werden – ohne einzelne Lernende zu stigmatisieren oder zu überfordern?

Dieser Workshop zeigt Wege, wie individuelle Förderung innerhalb einer Lerngruppe gelingen kann, indem die Gruppe selbst als unterstützendes System wirkt.

Im Mittelpunkt steht nicht das Defizit, sondern die Entwicklungsmöglichkeiten jedes Einzelnen – eingebettet in eine tragfähige Gruppendynamik.

Der Workshop bietet Techniken und Übungen aus der Psychodramaturgie Linguistique, die wirkungsvoll im regulären Sprachunterricht und darüber hinaus eingesetzt werden können.

Individuelle Unterstützung im geschützten Rahmen

Anhand zentraler Verfahren wie Doppeln, Spiegeln, Gruppenspiegel und Aufladung wird erfahrbar, wie differenzierte sprachliche Begleitung aussehen kann:

  • Beim Doppeln erhält eine lernende Person sprachliche Impulse „nach Maß“, die sie unmittelbar aufgreifen und variieren kann. Gerade sprachlich unsicherere Lernende profitieren stark von dieser präzisen, individuellen Unterstützung.
  • Der Spiegel ermöglicht es, eigene Äußerungen noch einmal von außen zu hören – verdichtet und strukturiert –, ohne korrigiert oder bewertet zu werden.
  • Im Gruppenspiegel wird die einzelne Person entlastet: Die Aufmerksamkeit verteilt sich auf die gesamte Gruppe, während zugleich sprachliche Muster gefestigt werden.
  • Die Aufladung erweitert vorhandene Äußerungen behutsam und eröffnet neue Ausdrucksmöglichkeiten, ohne den individuellen Sprachrhythmus zu übergehen.

So entsteht ein Rahmen, in dem Förderung nicht als Hervorhebung von Schwäche erlebt wird, sondern als selbstverständlicher Bestandteil des gemeinsamen Lernprozesses.

Die Gruppe als tragende Struktur

Ein zentrales Anliegen des Workshops ist es zu zeigen, wie die Gruppe selbst Differenz produktiv auffangen kann:

  • In Kleingruppen können erfahrenere Lernende zeitweise unterstützende Funktionen übernehmen – etwa im Doppeln oder Strukturieren von Aussagen.
  • Temporäre homogene Teilgruppen ermöglichen fokussiertes Arbeiten auf ähnlichem Niveau.
  • Unterschiedliche Ausdruckstiefen innerhalb einer gemeinsamen Aufgabe erlauben individuelle Entwicklung bei gleichzeitiger gemeinsamer Aktivität.

Die Gruppe wird dadurch nicht zum Vergleichsraum, sondern zum Resonanzraum.

Pädagogische Haltung

Individuelle Förderung bedeutet hier:

  • sprachliche Impulse situativ anzubieten
  • Lernende nicht vorzuführen, sondern zu stärken
  • Sicherheit durch Struktur zu schaffen
  • Entwicklungsschritte zu ermöglichen, ohne sie zu erzwingen

Die Lehrkraft folgt den sprachlichen Bewegungen der Lernenden und gestaltet einen Rahmen, in dem jede und jeder im eigenen Tempo wachsen kann.

Schwerpunkte des Workshops:

  • Doppeln und Spiegeln als individuelle Förderinstrumente
  • Gruppenspiegel zur Entlastung und Stabilisierung
  • Aufladung als differenzierende Erweiterung
  • Heterogenität als strukturelle Ressource
  • Temporäre Differenzierung durch Gruppenformate
  • Förderung ohne Stigmatisierung
  • Praktische Umsetzung im schulischen Kontext

Teilnehmer: 6 – 12

€105 – €118 Für Frühbucher vor 20. August 2026: 105€
Berger Straße 200
Frankfurt a. M, 60385. Deutschland
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